24. Mrz 2014

Surfen in Marokko

Etwas verspätet will ich euch noch von meinem Surftrip nach Marokko berichten.




Vorab, ich selbst bin noch ein blutiger Anfänger was das Surfen angeht, 2 Freunde von mir hat es allerdings schon an den ein oder anderen Surfspot in Europa und in der Welt verschlagen. Die beiden haben mich auch dazu überredet, oder sagen wir besser davon überzeugt, es auch mal mit dem Wellenreiten zu versuchen. Die Bilder und Geschichten fand ich schon immer beeindruckend, also fiel es mir nicht schwer zuzusagen. Da die Reise im Dezember stattfinden sollte, fiel die Wahl auf Marokko als Reiseziel. Mir war bis dato gar nicht bewusst, dass Marokko als Surfdomizil gilt, aber gut, das sollte nur der erste Lerneffekt sein. Naja, und Temperaturen um 20 Grad im Dezember sind natürlich auch nicht zu verachten.

Taghazout Marokko
Taghazout bei Nacht

Nun aber mal ganz langsam von vorn. Unser Reiseziel war Taghazout, ein kleines Fischerdorf 19km nördlich der Hafenstadt Agadir. Den Weg vom Flughafen in Agadir nach Taghazout legten wir im Taxi zurück. Das war dann auch schon die erste spannende Erfahrung in Marokko. Anschnallpflicht? Gibt´s in Taxis nicht. Nicht nur das die Anschnallgurte gar nicht funktionierten, auch der Taxifahrer machte uns, trotz leichter Sprachbarrieren, deutlich klar, anschnallen ist nicht! Die mitgebrachten Surfboards wurden kurzerhand auf´s Dach verfrachtet, ohne nötige Vorrichtung versteht sich, und per Gurt „befestigt“. In Deutschland unvorstellbar, aber wir waren ja in Marokko. Achso, gesprochen wird in Marokko übrigens Arabisch und Französisch. Beides sind jetzt nicht unsere bevorzugten Fremdsprachen, deshalb war es gar nicht möglich dem Taxifahrer gegenüber unsere Meinung zu diesen Umständen zu äußern.

Panoramas Beach Taghazout Marokko
Am ersten Abend war es noch recht kühl

In Taghazout ist deutlich zu erkennen, dass die Haupteinnahmequelle der Dorfbewohner nicht mehr nur die Fischerei ist, sondern die „Surftouristen“ aus aller Welt. Das zeigt sich an den unzähligen Surf-Hostels, Cafés & Restaurants sowie Shops für Surfzubehör. Auch wir verbrachten unsere Nächte in einem Surf-Hostel. Das hatte ein paar einfache Gründe, erstens war es mit 15€ pro Nacht inkl. Frühstück und Abendessen super günstig, zweitens war uns die karge Ausstattung egal, da wir ja nur dort schlafen wollten, und drittens hatten wir so Kontakt zu Surfern aus aller Herren Länder. Zusätzlich hatten wir auch dort die Möglichkeit uns Surfboards und Wetsuits auszuleihen und kamen in den Genuss eines Shuttleservice zu den bekannten Surfspots.

Shuttleservice Surfen Taghazout Marokko
Premium Shuttleservice

Aber noch einmal kurz zurück zu den anderen Leuten, mit denen wir die Tage verbracht haben. Wir hatten einen Surfguide aus Australien, den man in 3 Worten beschreiben kann: Surfen, Zigaretten, Bier. Spitzname „Monty“, echt freaky, aber witzig der Typ. Unser zweiter Surfguide war Rachid, ein Einheimischer, der viel über die marokkanische Kultur erzählte und mit dem wir auch viel Lachen konnten. Viel unternommen haben wir mit Rafael (ein aus Polen zugereister jetzt Deutscher, der gern die Welt bereist), Hanne und Jon aus Norwegen (2 sehr angenehme Zeitgenossen und gar nicht so „kühl“ wie man es von Skandinaviern erwartet) sowie Fergal (ein kleiner flippiger Ire, der in Südkorea arbeitet). Wir hatten auf jeden Fall eine Menge Spaß miteinander. Danke nochmal dafür! Ebenfalls im Hostel waren noch ein paar andere Deutsche aus den südlichen Bundesländern, eine handvoll Australier, Waliser, Ungarn und einige mehr.

Sonnenuntergang Panoramas Beach Taghazout Marokko
Sonnenuntergang (Surfspot: Panorama´s)

Nun aber zu den wichtigen Sachen, die Surfspots und die gesammelten Erfahrungen. Da ich ja, wie oben schon erwähnt, noch blutiger Anfänger bin was das Surfen angeht, habe ich mich am ersten Tag noch mit etwas „Flachwasserpaddeln“ begnügt und mich dann Tag für Tag immer weiter raus getastet. Eines kann ich mit Sicherheit sagen, surfen ist saugeil, aber verdammt anstrengend! Als Zuschauer vom Strand aus, sieht das alles relativ entspannt und einfach nur cool aus. Draußen auf dem Wasser sieht das aber schon ganz anders aus. Die Wellen, gegen die man ständig ankämpfen muss, haben eine unheimliche Kraft, man bekommt regelmäßig eine Mund- und Nasenspülung mit Salzwasser (das ist zwar etwas unangenehm, aber äußerst praktisch im Kampf gegen und zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten) und man ist gefühlt 99% der Zeit damit beschäftigt auf dem Brett zu liegen und zu paddeln bzw. zu warten. Wenn man dann mal eine Welle erwischt und es schafft auf dem Board zu stehen, ist der ganze Spaß schneller vorbei als man denkt, zumindest für mich als Anfänger. Folgen diesen ganzen Spektakels waren der morgendliche Muskelkater im ganzen Körper und für mich leider am dritten Tag ein Rippenbruch. Den hatte ich zwar nicht direkt mitbekommen, wunderte mich aber am nächsten Morgen über den doch recht starken „Muskelkater“. Die letztendliche Diagnose des Bruches erfolgte dann auch erst in Deutschland. Damit war es dann also für mich vorbei mit Surfen und ich war für die nächsten Tage nur noch Zuschauer. Aber das war okay, so konnte ich das Wetter genießen und die anderen beobachten und zumindest theoretisch noch ein paar Erfahrungen sammeln.

Surfen Mystery Taghazout Marokko
Typische Surferpose (Surfspot: Mystery)

Folgende Surfspots haben wir besucht:
Tamri, Mystery, Anchor Point, Panorama´s, Banana Beach

Ich würde euch die Surfspots gern näher beschreiben, aber dazu fehlt mir einfach noch das nötige Fachvokabular. Aber es gab auf jeden Fall eine Menge Wellen und die ein oder andere war echt nicht ohne.

Surfen Panoramas Beach Taghazout Marokko
Profis unter sich (Surfspot: Panorama´s)

Einprägsam war auch noch der Rückflug. Abflug nachmittags in Marokko bei über 20 Grad und Sonne. Ankunft abends in Deutschland bei knapp über 0 Grad und Nieselregen. Ein Schock für Körper und Geist!

Flughafen Agadir Marokko
Rückflug vom Flughafen Agadir am 14.12.2013

Fazit: Sollte man unbedingt mal ausprobieren! Und es wird nicht mein letztes Mal gewesen sein!




Für alle Interessierten hier noch ein Video mit ein paar Impressionen…


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